Die Physalis bringt Exotik auf den Teller. Ob Andenbeere oder Erdkirsche – die vielseitigen Nachtschattengewächse begeistern mit intensivem Aroma und spannenden Sorten für den Anbau in Österreich.
Leuchtend orange, süß-säuerlich und von einer zarten Hülle umgeben: Die Physalis peruviana – auch bekannt als Andenbeere oder Kapstachelbeere – ist eine Frucht, die Sonne, Aroma und Exotik vereint. Der Name Physalis stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Blase“ – eine Anspielung auf die papierartige Hülle, die jede Frucht wie ein kleiner Lampion umschließt. Als Nachtschattengewächs (Solanaceae) ist sie eng mit Paradeisern und Erdäpfeln verwandt.
Die Gattung Physalis umfasst rund 90 Arten, die meisten davon stammen aus Amerika. Gemeinsam ist ihnen allen die charakteristische Laternenform der Fruchtkelche. In Europa heimisch ist nur die Lampionblume (Physalis alkekengi). Ihre leuchtend orangefarbenen Fruchtkelche schmücken viele Gärten und Trockensträuße. Essbar ist sie allerdings nicht – im Gegensatz zu ihren südamerikanischen Verwandten.
Wenn wir hierzulande von „Physalis“ sprechen, meinen wir meist die Andenbeere (Physalis peruviana). Ursprünglich aus den Hochlagen von Peru und Chile gelangte sie mit der Kolonialisierung nach Europa. Heute hat sie sich zu einer beliebten Kulturpflanze entwickelt – auch im österreichischen Gemüsebau.
Die Andenbeere ist eine einjährige Obstkultur, die sich gut in Gemüse-Fruchtfolgen integrieren lässt. Ihre Früchte sind reich an Aroma, leicht säuerlich und lassen sich vielseitig verwenden – frisch genascht, im Obstsalat, als Marmelade oder im Dessert.
Eine weitere essbare Art ist die Erdkirsche (auch Ananaskirsche, Physalis pruinosa). Sie unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der Andenbeere: Die Pflanzen sind kompakter, die Früchte kleiner und heller, und sie fallen, wenn sie reif sind, von selbst zu Boden. Dieser freiwillige Fruchtabwurf ist für viele ein Argument gegen einen erwerbsmäßigen Anbau dieser Kultur. Baut man die Erdkirschen aber auf Folie an, können die reifen Beeren rasch und unkompliziert aufgesammelt werden. Der Pflückaufwand entfällt, der bei der klassischen Andenbeere ein erheblicher Zeit- und Kostenfaktor sein kann.
Geschmacklich überzeugt die Erdkirsche mit einem intensiven Ananasaroma und einer besonders frühen Reife: Schon im Juni können die ersten Früchte genascht werden – deutlich früher als bei der Andenbeere, die in manchen Jahren Mühe hat, vor dem Winter auszureifen.
Sowohl Ananaskirschen als auch Andenbeeren bieten eine beeindruckende Sortenvielfalt. Unterschiede zeigen sich in Wuchsform, Reifezeitpunkt, Fruchtgröße, Farbe und Geschmack. Mitglieder der Arbeitsgruppe „Samen.Träger:innen“ haben verschiedene Physalis-Sorten getestet. Ziel war es, herauszufinden, welche Sorten sich für den Erwerbsanbau in Österreich eignen – und welche besonders geschmackvoll und frühreif sind.