Ein neues Recht für Saatgut

„Das EU-Saatgutrecht wird derzeit neu verhandelt – und mit ihm die Zukunft unserer Ernährung. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird regeln, was in unseren Gärten und auf unseren Feldern in den kommenden Jahrzehnten angebaut werden darf. Das Ziel von ARCHE NOAH: ein faires Saatgutrecht, das die Vielfalt unserer Kulturpflanzen konsequent fördert.“

 

Magdalena Prieler

Expertin für Saatgutrecht bei ARCHE NOAH

 


 

Im Juni 2023 hat die EU-Kommission eine neue Verordnung vorgelegt. Sie regelt die Produktion und das Inverkehrbringen von Pflanzenvermehrungsmaterial, also von Saatgut, Edelreiser von Obstbäumen und Saatkartoffel. Der Vorschlag bedroht die Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt massiv. Er missachtet das völkerrechtlich verankerte Recht der Bäuer:innen, ihr eigenes Saatgut zu ernten, zu verwenden, zu tauschen und zu verkaufen. Das ist inakzeptabel.

 

Wir setzen uns in Brüssel und in Wien mit aller Kraft für ein faires Saatgutrecht ein – gemeinsam mit anderen Saatgut-Initiativen und bäuerliche Organisationen quer durch Europa. Wir brauchen ein Gesetz, das die legale Weitergabe von vielfältigem Saatgut ermöglicht, das die biologische Kulturpflanzenvielfalt fördert, die Rechte der Bäuer:innen respektiert und das die Grundlage für ein nachhaltiges, widerstandsfähiges und vielfältiges Lebensmittelsystem schafft.

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